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Bramscher Manfred Reese spendet schon zum 150. Mal Blut

NOZ 21.11.12. Achmer: Kein Parkplatz mehr zu finden in der Nähe der Dorfgemeinschaftsanlage in Achmer, lange Schlangen im Eingang. Gibt es hier etwas umsonst? Nein, im Gegenteil:

Blutspende-Profi: Der Bramscher Manfred Reese spendete am Montagabend zum 150. Mal Blut. Mit seinen Feuerwehrkameraden hat er das Blutspenden in den 60er-Jahren begonnen. Foto: Julia Kuhlmann

Die Menschen, die zur Dorfgemeinschaftsanlage strömen, wollen etwas geben: ihr Blut. Das Deutsche Rote Kreuz hatte zum Blutspendetermin gerufen. Mit Erfolg.

Einer von ihnen ist Manfred Reese. Der Bramscher spendete am Montagabend zum sage und schreibe 150. Mal Blut. Was ihn antreibt? Dazu macht Manfred Reese keine großen Worte, schließlich gehört für ihn das Blutspenden seit den 60er-Jahren zum Alltag. „Angefangen hat das, als ich aktiver Feuerwehrmann war“, sagt er.

Gemeinsam gingen die Feuerwehrkameraden zum Blutspenden, schließlich wussten die freiwilligen Helfer ja nur zu genau, wie schnell es dazu kommen kann, dass Blut gebraucht wird. „Erst durfte man nur zweimal im Jahr, dann drei- mal, und jetzt ist sogar vier- mal möglich“, berichtet Reese, der bis auf einen kurzen beruflich bedingten Aussetzer in den 70er-Jahren seither immer Blut gespendet hat. Die Menge Blut, die in dieser Zeit zusammengekommen ist, hat er mal überschlagen. 60 Liter seien es wohl gewesen.

Beim Alter derjenigen, die Blut spenden dürfen, weiß der Blutspende-Profi, habe sich in den zurückliegenden Jahrzehnten auch etwas verändert. Nach neueren Erkenntnissen sei das Alter der Spender immer weiter hoch- gesetzt worden bis zur heutigen Praxis, dass der Blutspendearzt darüber entscheidet, ob jemand fortgeschrittenen Alters weiter Blut spenden darf.

Bei Manfred Reese, heute 71 Jahre alt, gab es auch beim 150. Mal keine Bedenken, und so nahm er in altgewohnter Praxis auf einer der Liegen in der Turnhalle Platz, um sich aus dem linken Arm Blut abnehmen zu lassen.

Es herrscht Hochbetrieb, denn der Blutspendedienst hat diesmal auch die Bramscher Spender nach Achmer eingeladen, weil es zeitlich gut passte. Zwischen zwei Blutspenden müssen mindestens acht Wochen liegen, erklärt Lars Kreie, Vorsitzender des Bramscher Ortsverbandes des Deutschen Roten Kreuzes, und präzisiert nach Geschlechtern: „Männer dürfen sechsmal im Jahr, Frauen viermal.“ Kreie und weitere acht ehrenamtliche DRK-Mitarbeiter aus dem Bramscher Ortsverband unterstützen tatkräftig den Spendetermin bei der Betreuung der Spender an den Blutspendebetten, bei der Registrierung sowie bei der Verpflegung.

Sechs hauptamtliche DRK-Mitarbeiter, darunter ein Arzt, sind zudem aus Springe vom DRK-Blutspendedienst gekommen. Mit der Spender-Resonanz auf die Einladung nach Achmer sind sie sehr zufrieden, sagt Kreie. 119 Frauen und Männer kamen in die DGA, darunter acht Erstspender. Das sei „eine sehr gute Quote“, freut sich Kreie. Insgesamt sei die Bereitschaft, Blut zu spenden, in Bramsche zufriedenstellend. Es habe zwar schon Termine gegeben, wo zu wenige Spender gekommen seien, aber auch schon „positive Ausreißer nach oben“. Ob unter den Erstspendern wieder jemand sein wird, der einstmals wie Manfred Reese einen Blumenstrauß und einen Gutschein für einen Restaurantbesuch für die 150. Blutspende bekommen wird?

 

11. Dezember 2012 08:58 Uhr. Alter: 6 Jahre