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Ein Abend für die Trauer und Erinnerung

Von Franz Raschke, 15. Januar 2012 (Ankum-Online.de) Vierter Gedenkabend im Ankumer Altenheim:

(fr) "Es ist gut,  einen Ort für die Trauer und die Erinnerung zu haben" und in beiden Momenten und mit diesen Gefühlen nicht allein zu sein. Rund 60 Teilnehmer folgten am vergangenen Donnerstag der Einladung des Palliativ-Care-Teams zu einer gemeinsamen Gedenkfeier im DRK-Altenheim.
Gedacht wurden all jenen Menschen, die teils über ein Jahrzehnt im Haus wohnten oder zur Kurzzeitpflege verweilten und im Jahr 2011 verstarben. Im Rahmen einer ökumenischen Feier wurde noch einmal ein würdevoller Rahmen für die Trauer geschaffen und mit einem Licht für jede verstorbene Bewohnerin, für jeden verstorbenen Bewohner, an die gemeinsame Zeit mit den Verstorbenen erinnert. All diese Menschen hinterlassen Lücken im Leben der Hinterbliebenen, die sich nur langsam und manchmal nie vollends schließen.
Die einmal jährlich stattfindenden Gedenkabende im Haus Henry Dunant sind ein auch für Außenstehende erlebbare Teil einer Abschiedskultur, die eng mit der Verwirklichung der Palliativpflege verbunden ist, das Sterben früh begleitet, und über den Todestag des betreuten Menschen hinausreicht. Einer Abschiedskultur, die die Trauer der Angehörigen und der MitarbeiterInnen in gleicher Weise betrachtet und auch dem Dank für die gegenseitige Hilfe  Raum gibt.
Das Gemeinsame reichte an diesem Abend somit auch weit über die von Jürgen von der Haar in leisen Tönen musikalisch begleitete Gedenkfeier hinaus. Bei Kaffee, Tee und einem kleinen Imbiss, wurden noch einmal viele Erinnerungen belebt, die manchmal auch Gelegenheit zum Schmunzeln gaben. Denn gerade nicht das Denken an die Tage des Sterbens oder des Heimgehens, sondern das Erinnern an das Leben der Verstorbenen hält uns mit ihnen verbunden. Es tut gut, wenn da gerade das Erinnern an die schönen Momente wach bleibt und weiterhilft.

6. Oktober 2012 16:13 Uhr. Alter: 6 Jahre