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Ihre Ansprechpartnerin Erste Hilfe

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Frau Andrea Maiwald

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Ein Unfall. Keiner hilft dem Verletzten.

Ein Unfall. Viele Schaulustige. Alle warten auf den Rettungsdienst. Keiner hilft dem Verletzten.

Angst? Gleichgültigkeit? Jeder von uns kennt solche oder ähnliche "Szenen" aus Zeitungen oder persönlichen Erlebnissen: ein Mensch blieb in Not ohne Hilfe, obwohl viele, manchmals sehr viele Menschen seinem "Unglück" zuschauten

Es ist leicht, sich über "solche" Menschen zu entrüsten. Aber sind wir so sicher, daß wir selbst in einem solchen Fall tatsächlich helfen würden? Gegenüber Menschen, die wir kennen, fühlen wir uns verpflichtet, ihnen in Notfällen tatkräftig zur Seite zu stehen. Je näher sie uns stehen, um so stärker. Die Zuneigung, die Vertrautheit mit dem Verletzten, auch das Pflichtgefühl helfen mit, unsere Bedenken und Hemmungen gegenüber der Hilfeleistung zu überwinden.

Gegenüber Fremden dagegen, empfinden wir häufig zwiespältige Gefühle: "Grundsätzlich, sind wir bereit, dem Verletzten beizustehen. Andererseits hemmen uns innere Wiederstände und Ängste, mit Erster Hilfe "ernst zu machen". Allzuoft behält die Unlust die Oberhand. Wir wenden uns ab oder schauen (auch) einfach zu.

Moralische Apelle, die vorhandene "grundsätzliche" Hilfsbereitschaft auch in die Tat umzusetzen, wenn's darauf ankommt, zeigen offenbar nur geringe Wirkung. Meistens verstärken sie sogar noch die innere Abwehr und führen dazu, nach weiteren begründeten Auswegen aus der Verpflichtung zu suchen.

Besser ist es, sich vorhandene Unlustgefühle, Hemmungen und Gründe bewußt zu machen, die uns in der konkreten Situation an der Ausübung Erster Hilfe hindern. Und zu lernen, damit umzugehen und sich die Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen, die notwendig sind, um Erste Hilfe auszuüben. Wer weiß, was zu tun ist, wird keine Angst haben. Es fällt dann auch leichter, jemanden zu helfen, den man nicht kennt.

Denn: dieser "Jemand", der von Fremden Hilfe braucht, könnte auch einmal unser Kind oder Partner oder könnten wir selbst sein!